Jusos erbitten Spenden für Asylbewerber-Weihnachtsaktion

Veröffentlicht am 27.11.2008 in Kreisverband

Von den Jusos Bodenseekreis hat uns der folgende Aufruf erreicht:

"Wie in den letzten Jahren werden die Jusos auch dieses Jahr zu Weihnachten das Wohnheim für Asylsuchende in Überlingen-Goldbach besuchen.
Wir werden uns ein Bild machen wie die Familien dort leben und würden den Kindern gerne kleine Geschenke mitbringen. Darum wäre es schön wenn jeder in den Ortsvereinen herumfragen könnte ob der Eine oder Andere bereit wäre eine Kleinigkeit zu spenden. Gerade über gebrauchte Bücher, Spiele oder ausrangierte Spielsachen haben sich die Kinder dort immer sehr gefreut. Es darf auch eine Geldspende sein, welche wir in Schulhefte und Stifte für die Kinder investieren werden."
Wer die Jusos mit Spenden unterstützen möchte, kann sich gern über die Kontaktseite an uns wenden - wir würden uns freuen.
Der Bericht von Marcel Hess zum letztjährigen Besuch steht hier ...

"Wir wurden von der zuständigen Sozialarbeiterin und vor allem von den Kindern dort freudig empfangen und zunächst hat man uns in dem Wohnheim herumgeführt. Dabei konnten wir einen sehr guten Eindruck gewinnen, wie die Menschen dort wohnen. Es geht sehr beengt zu, aber jede Familie hat ihr eigenes Zimmer. Küche und sanitäre Anlagen werden gemeinschaftlich genutzt. Im Schnitt hatten vier Personen ein privates Zimmer und entsprechend sind die Kinder viel draußen beim Spielen, da es doch sehr eng zugeht. Außerdem ist das Wohnheim in Wohngruppen unterteilt wobei nach Herkunft getrennt wird. Also in einem Teil wohnen Menschen mit osteuropäischer Herkunft, in einem Teil wohnen Afrikaner, in einem Teil Araber (vor allem Kurden und Irakstämmige) und in einem anderen Teil wohnen Asiaten. Man hat die Erfahrung gemacht, dass durch diese Trennung das Zusammenleben auf engstem Raum weniger Konflikt behaftet ist.
Die Menschen dort haben wir als sehr offen erlebt, wobei die Sprache natürlich eine Barriere im Gespräch mit den Erwachsenen dort darstellt. Nicht so bei den Kindern, da diese in Überlingen in den Kindergarten und zur Schule gehen. Sie verfügen trotz der Tatsache, dass es praktisch keine gezielte Sprachförderung gibt, alle über nahezu perfekte Deutschkenntnisse. Wir sind dann mit den Kindern und der Sozialarbeiterin in einem Gemeinschaftsraum zusammen gesessen und haben uns unterhalten. Die Kinder haben dann viel über die Schule erzählt und einige besuchen sogar schon eine weiterführende Schule. Auffällig war auch, dass viele schon 5 Jahre und länger mit Ihren Familien hier leben und es schon fast ein Zuhause für sie geworden ist.
Kritisch angemerkt wurde von der Sozialarbeiterin, dass die Asylbewerber keine Sprachförderung erhalten und somit wenig Chance auf Integration hätten, obwohl viele Bewohner einer Arbeit nachgehen. Außerdem ist es gerade für die Kindern schwierig beispielsweise in Sportvereinen dabei zu sein, da das Wohnheim in Goldbach sehr abgelegen ist und das Geld für regelmäßige Busfahrten nach Überlingen fehlt. Hier sehen wir noch viel ungenutztes Potential gerade die Kinder, an der Gesellschaft teilhaben zu können. Wenn man die Kinder gefragt hat was sie sich zu Weihnachten wünschen, so kam die einhellige Antwort: "einen deutschen Pass". Alles in allem hatte man wirklich das Gefühl dass sich die Kinder in Überlingen wohl fühlen und große Sorge haben in ihre Heimat zurück zu müssen."
eingesandt von Marcel Hess