Die AG 60+ hat sich auf ihrem letzten Treffen mit dem 6. Armuts- und Reichtumsbericht (ARB) aus dem Jahr 2021 befasst.
Die AG 60+ hat sich auf ihrem letzten Treffen mit dem 6. Armuts- und Reichtumsbericht (ARB) aus dem Jahr 2021 befasst.
Der 6. Armuts- und Reichtumsbericht (ARB) von 2021, stellt fest:
"Das Rentenalter ist zudem eine Lebensphase, innerhalb derer sich deutliche Ungleichheiten ausprägen. Gesundheitszustand, soziale Teilhabe, Wohnsituation, Pflegebedürftigkeit und gewünschte Pflegearrangements unterscheiden sich für ältere Menschen, auch in verschiedenen sozioökonomischen Lagen stark. Mit steigendem Alter nehmen die Einflussmöglichkeiten der Menschen, diese Gegebenheiten zu verändern, ab."
Der 6. ARB nennt den Begriff „Altersarmut“ nur 2mal im Zusammenhang mit Kunst und Kultur.
Die Armutsgefährdungsschwelle lag 2024 lt. Stat. Bundesamt für alleinlebende Personen in Deutschland bei 1.381 Euro netto pro Monat, das entspricht 16.571 Euro netto im Jahr. Frauen ab 65 Jahren bezogen 2023 (aktuellste verfügbare Daten) durchschnittlich Alterseinkünfte von 18.700 Euro brutto im Jahr, während Männer der gleichen Altersgruppe 25.600 Euro brutto erhielten.
„Der Paritätische“ gibt jährlich einen Armutsbericht heraus. Darin werden für 2024 im Bevölkerungsdurchschnitt, 15,5% der Bevölkerung als von Armut gefährdet gelistet. Als Gruppen die besonders betroffen sind, werden Frauen über 65 Jahre mit 21,8% und Alleinlebende mit 29% genannt. Männer über 65 Jahren sind nur zu 17,0% betroffen. (Daten Stat. Bundesamt)
Trotz der umfangreichen Dokumentation von Armut in Deutschland durch verschiedene Berichte und Erhebungen fehlt eine spezifische statistische Erfassung der Kombination aus Geschlecht, Alter über 60 Jahren und Alleinleben. Diese Datenlücke erschwert eine gezielte Analyse und Entwicklung von Maßnahmen für diese besonders vulnerable Gruppe. Die verfügbaren Statistiken behandeln diese Faktoren meist getrennt, obwohl gerade ihre Kombination ein erhöhtes Armutsrisiko darstellt.
Daten sollten zukünftig so erhoben werden, dass sie die Auswertung für die Kombination aus Alter, Geschlecht und Alleinleben ermöglichen. Bei Feststellung eines erhöhten Risikos für Altersarmut, sollten gezielt Maßnahmen zur Reduzierung getroffen werden.
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